Grillen mit Gemüsekiste

Wir sind inmitten der Grillsaison. Mit dem Grillen verbinden viele leckeres Fleisch in allen Variationen, verschiedenste Grillwürste und vielleicht noch einen Grillkäse. Dabei kommt Gemüse meistens viel zu kurz. Manchen dürfte der Salat als Beilage schon zuviel „Gemüse“ sein, obwohl man auf dem Grill auch sehr gut Gemüse zubereiten kann. Da die Grillsaison überwiegend (ja, da gibt es auch Ausnahmen!) in den Sommermonaten liegt, sollte der Grill auch eher mit typischem Sommergemüse belegt werden.

Welches Gemüse kann man grillen?

Grundsätzlich gibt es Gemüsesorten, die sich gut für die Zubereitung auf dem Grill eignen. Dazu gehören bspw. Zucchini, Champignons, Paprika, Aubergine, Fenchel, Lauch/Poree, Zuckerschoten, Mais (-kolben) und Zwiebeln. Brokkoli, Blumenkohl, Bohnen, Kartoffeln und auch Karotten eignen sich nicht so gut für den Grill. Das liegt bei einigen Gemüsesorten ganz einfach daran, dass es schwierig ist, sie ohne ausreichend Flüssigkeit zuzubereiten. Bei anderen ist die Garzeit einfach zu hoch. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, schafft es natürlich schon, ein feines Karottengericht auf dem Grill zu zaubern, aber für den Einstieg ins Gemüsegrillen sind diese Gemüsesorten doch etwas zu ambitionierte Ziele. Von den Gemüsesorten, die sich gut grillen lassen, finden sich in den Sommermonaten regelmäßig welche in der Gemüsekiste. Damit können wir doch schon etwas anfangen.

Was für einen Grill braucht man?

Ganz ehrlich: das ist vollkommen egal! Wenn man Gemüse grillen möchte, dann geht das auf einem Elektro-Grill, einem Gasgrill und auch auf einem Holzkohlegrill. Es gibt tatsächlich unterschiede, da der Elektrogrill bspw. kaum die Temperaturen erreicht, die mit Holzkohle möglich sind. Aber das werden wir hier zunächst mal außer Acht lassen, denn prinzipiell geht es mit jeder Art von Grill. Beim Ausprobieren einfach im Hinterkopf behalten, dass es auf dem Kohl- oder Gasgrill etwas schneller geht und dass gegebenfalls öfter gedreht oder gewendet werden muss, damit nichts anbrennt. Vor allem, wenn gleichzeitig Fleisch gegrillt wird, muss man beim Kohlegrill aufpassen, weil die Hitze einfach zu groß wird und man das Rost wegen dem Fleisch nicht höher einhängen kann.

Wie bereitet man Gemüse mit dem Grill zu?

Auch bei der Art der Zubereitung kommt es auf die Gemüsesorte an. Es gibt Gemüse, das man direkt auf dem Rost grillen kann und Gemüse, das in Alufolie oder auf einer Grillpfanne besser gelingt. Ein Bisschen ist es an dieser Stelle auch immer Geschmackssache. Der eine grillt lieber über der „offenen“ Glut, der andere hat lieber Alufolie dazwischen. Eine Parika kann man z.B. wunderbar zerteilen oder vierteln, sie mit etwas Salz und Pfeffer würzen, davor vielleicht noch etwas Olivenöl darauf verstreichen und ab auf den Grill damit. Je kleiner man etwas schneidet, desto eher benötigt man dann doch eine Alufolie, damit die Stücke nicht durch das Rost fallen. Aubergine kann man entweder halbieren (wenn sie klein sind) oder in Scheiben schneiden und dann auf das Rost legen – auch hier wirkt ein Schuss Olivenöl wunder! Trotzdem kann man sie auch in Würfel schneiden und mit etwas Olivenöl und anderen Gemüsewürfeln in Alufolie verpacken und auf den Grill legen. Noch ein paar frische Kräuter, wie z.B. Rosmarin oder Thymian dazu und schon wird’s richtig lecker. Zucchini kann man halbieren, aushöhlen, mit Tomatenwürfelchen, Schafskäse und Basilikum füllen und auch auf den Grill legen. Man sieht, mit etwas Kreativität fallen einem da schnell einige Dinge ein. Da darf man durchaus mal den Mut haben, etwas auszuprobieren. Eigentlich würde man nicht erwarten, dass gegrillter Lauch außergewöhnlich gut schmecken könnte, aber er tut es. Wer das probieren  möchte, schneidet den runden Teil des  Lauchs/Porees der Länge nach auf und schneidet dann ca. 10-12 cm große Stücke ab. Darauf etwas Salz, Pfeffer und ein wenig Butter. Danach dünn geschnittenen Speck oder geräucherten Schinken um die Stückchen wickeln, damit der Lauch nicht auseinander fällt und dann auch auf den Grill. Der Klassiker, der im Gegensatz zum Lauch sehr bekannt ist, sind mit Kräuterbutter gefüllte Champignonköpfe.

Wann ist das Gemüse fertig?

Ganz einfach: wenn es weich ist. Der Grillprofi erkennt das einfach mit dem geübten Blick – ähnlich wie beim Fleisch. Wer doch noch nicht ganz so geübt ist oder sich nicht aufs Gefühl verlassen möchte, kann sich ja an den Garzeiten orientieren. Auf der verlinkten Seite stehen sogar die Garzeiten für den Grill. So, abschließend bleibt nur, einen guten Appetit zu wünschen. Lasst es euch schmecken!

Beilagen grillen? Grillkäse selbst gemacht!

Seit einigen Jahren boomen ja die sogenannten Grill-Käse und immer mehr Hersteller bieten Käse in vielen verschiedenen Variationen und Geschmacksrichtungen an.

Man kann aber auch einfach selbst den Käse auf den Grill werfen. Gerade zu mediterranem Gemüse, das mit Olivenöl, Rosmarin oder Tyhmian gegrillt wird, gibt es eine ganz leckere Käse-Variante, die wir kurz vorstellen möchten:

Ihr braucht dazu nur einen guten Feta (vorzugsweise nicht aus Kuhmilch), evtl. einige Oliven und getrocknete, eingelegte Tomaten (2-4 Stück) – beides findet ihr beim Feinkosthändler. Ihr startet mit einem Stück Alufolie, das wir zu einer Schale formen, in die der Käse passt. Das ganze solltet ihr dann trotzdem noch schließen können, so, dass ihr nachher ein kleines Päckchen habt. Zuerst Olivenöl auf den Boden unserer kleinen Schale, dann den Käse  (evtl. halbieren) darauf. Jetzt hackt ihr die Oliven und die Tomaten und streut sie über den Käse. Nochmal einige Kräuter dazu und etwas Olivenöl. Dann das ganze so falten, dass es wirklich möglichst zu ist, damit die Feuchtigkeit darin bleibt. Dann legt ihr das Päckchen auf den Grill, am besten nicht direkt über die Glut, sondern etwas an den Rand oder einfach auf euer Gemüse. Je nach verfügbarer Hitze, 10-20 Minuten drauf lassen. Da er nicht direkt über die Glut liegt, sollte er auch nicht anbrennen, sondern schön langsam weich werden und sehr saftig bleiben. Die Oliven, Tomaten und Kräuter sorgen mit dem Olivenöl für einen leckeren Sud, in dem der Käse die ganze Zeit liegt. Wer einen Grill mit Haube hat, dem gelingt der Käse wahrscheinlich noch besser, da die Wärme dann nicht nur von unten kommt, was für diese Zubereitung ideal ist.
Der Käse ist fertig, wenn er richtig warm und sehr zart ist, er wirklich fast zerfällt. Bezüglich Garzeit müsst ihr etwas variieren bzw. ausprobieren, aber ihr findet die richtige Dauer für euren Grill und Glut schnell ;-)

Eigentlich nichts Besonders, aber besonders lecker! Schreibt in die Kommentare, sobald ihr es ausprobiert habt.