Die Wahrheit über Bio?

Sind Bio-Lebensmittel wirklich gesünder als konventionelle Lebensmittel? Geht es Tieren, die in bio– oder ökozertifizierten Betrieben gehalten werden, wirklich besser? Stammen Bio-Eier wirklich von „glücklichen“ Hühnern? Dies sind alles Fragen, die viele von uns gerne beantwortet wissen. Viele würden aber hinter diese Fragen auch ohne zu zögern ein „ja“ setzen. Oft werden z.B. artgerechte Haltung oder Verzicht auf starke Pflanzenschutzmittel als Kaufgründe für Bio-Gemüse angeführt. Weitere Gründe finden sich in unserem Beitrag „Warum Bio-Gemüse„.

Hält „Bio“ was es verspricht?

Dieser Frage ging zuletzt eine TV-Sendung auf den Grund, aber auch andere Medien griffen dieses Thema auf, so z.B. der Focus. Im verlinkten Artikel wird deutlich gemacht, dass die Vorstellungen der Käufer von Bio– und Öko-Lebensmitteln oft nicht der Realität entsprechen:

„Auch Betriebe, die sich an Bio– und Ökorichtlinien halten, betreiben Massentierhaltung mit bis zu 10000 Tieren. Die EU-Verordnung für ökologische Erzeugung gesteht einem Kälbchen bis 100 Kilogramm Gewicht gerademal einen Lebensraum von 2,6 Quadratmetern zu.“

Auch seien Bio-Lebensmittel kaum gesünder als konventionell produzierte Lebensmittel, wobei es trotzdem erfreulich ist, dass Tiere aus Bio-zertifizierter Haltung seltener mit Antibiotika behandelt werden und somit auch weniger Resistenzen auftreten.

Bio ist gut für die Umwelt

Am besten scheint „Bio“ und „Öko“ tatsächlich für die Umwelt zu sein. Von den strengeren Regeln profitieren sowohl der Boden, als auch das (Grund-) Wasser. Durch den Verzicht auf Kunstdünger und Pflanzenschutzmittel aus dem Labor werden Boden und Wasser geringer mit Schadstoffen belastet. Außerdem gibt es eine größere Pflanzenvielfalt und selten Monokulturen, was letztendlich auch wieder gut für den Boden ist und eine nachhaltigere Form der Landwirtschaft ermöglicht.

Trotzdem Bio?

Sollten Bio-Käufer nun trotzdem den Produkten mit Bio-Siegel und Öko-Siegel treu bleiben? Klar! Allerdings mit dem Wissen um die Regeln zur Zertifizierung und zur Verwendung der Siegel im Hinterkopf. Der Traum vom idyllischen Bauernhof mit schier unbegrenztem Auslauf und unbegrenzter Fläche für eine geringe Zahl von Tieren dürfte selten der Wahrheit entsprechen, denn auch die Bio-Landwirte müssen genügend Geld verdienen. Wenn man Bio-Produkte auch wegen dem regionalen Ursprung kauft, um auch die Betriebe aus der Region zu unterstützen und wegen der geringeren Schadstoffbelastung, dann sind auch schon zwei der Top-3-Gründe für den Kauf von Bio-Lebensmitteln abgedeckt.